Achtung! Abgesagt: Open-Air-Konzert „Hereafter“ in Gera


Schweren Herzens haben jetzt die Organisatoren „Hereafter“ in Gera abgesagt. Der Konzertchor Rutheneum wollte das Monumentalwerk mit 110 Mitwirkenden als Open Air auf die Sparkassenbühne bringen.

Pressefoto
Das Open-Air-Konzert "Hereafter" in Gera mit dem Konzertchor Rutheneum und insgesamt 110 Mitwirkenden ist kurzfristig abgesagt worden. © Funke Medien Thüringen | Christiane Kneisel

Mit „blutendem Herzen“ haben die Organisatoren das für kommenden Donnerstag, 24. September, um 20 Uhr geplante Open-Air-Konzert „Hereafter“ auf der Sparkassenbühne im Geraer Hofwiesenpark abgesagt.

„Die Vorhersage verheißt wenig Gutes, das Wetter ist unberechenbar: Kälte, Nässe und Wind, der den Regen schlimmstenfalls auf die Bühne weht. Für die Instrumente wäre das riskant, für Publikum und Musizierende schlicht ungemütlich“, begründet Sybille Tancke, Leiterin der Musikspezialklassen am Gymnasium Rutheneum, die kurzfristige Absage.

Dazu kommt ein praktischer Grund für diese Entscheidung: Steht die Bühne samt Technik, wird eine Absage ungleich aufwendiger. Die Vorfreude wird nun auf das nächste Jahr vertagt. Voraussichtlich im Juni oder Juli 2027 wird „Hereafter“ stattfinden – bei hoffentlich besserem Wetter.

Noch am Montag war das Ereignis in „trockenen Tüchern“: Der Lichttechniker wollte seine Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff unterbrechen, um das einzigartige Musikwerk in Gera wieder begleiten zu können. Für die letzte Aufführung auf hiesiger Bühne vor fünf Jahren hatte er viele Stunden darauf verwendet, die Effekt-Show exakt auf den Timecode des Stückes zu programmieren.

Erneut sollte das Monumentalwerk „Hereafter“ mit dem Konzertchor Rutheneum zum Erlebnis werden, wenn klassische Elemente mit dem Progrock einer Band und elektronischen Klängen verschmelzen.

„Hereafter“ erzählt die Geschichte eines Grenzgängers zwischen Leben und Tod und von dessen überdimensionalen Visionen des Wahnsinns und der Schönheit. Eine Stunde groovt und rockt es bei diesem Werk voller Rhythmus und Tempowechsel, eingebunden in eine phänomenale Lichtshow.

Großer Aufwand für alle Beteiligten

Christian K. Frank, Dirigent, Komponist und künstlerischer Leiter vom Konzertchor Rutheneum, bringt bei „Hereafter“ nicht nur „seinen“ Chor auf die Bühne, sondern es musizieren zugleich die Band «Hidden Timbre», der Konzertchor-Alumni-Verein «vocAlumni.», das Reussische Kammerorchester Gera und die Solistin Kerstin Radtke. Geplant war, dass insgesamt 110 Mitwirkende im Rampenlicht den Abend gestalten.

„Unser Ehemaligen-Chor hat sich das Stück, das im Buga-Jahr 2007 seine Uraufführung erlebte, massiv als Projekt gewünscht“, erklärt Frank, warum das aufwändige Werk erneut – nun also 2027 – zur Aufführung gelangen soll.

Herausfordernd für alle Beteiligten sei es, während des gesamten Stückes alles zeitlich exakt auf den Punkt zu bringen. „Das Werk läuft von A bis Z durch. Gerät dabei etwas musikalisch in Verzug, gibt es keinerlei Chance, das wieder aufzuholen“, beschreibt es der Chorleiter.

Nicht vergleichbar mit Tagesgeschäft

Die Aufführung sei zudem nicht vergleichbar mit dem Tagesgeschäft des Konzertchors. „Das Werk enthält viele Verzahnungen und feine rhythmische Abstufungen, die natürlich passen müssen, damit wir uns mit der Band nicht gegenseitig beeinträchtigen und es zu einem harmonischen Gesamterlebnis wird“, beschreibt Frank das anspruchsvolle Stück.

Gemeinschaftsprojekt ist große Hilfe

Es sei ein Open-Air-Event, das nicht nur für die Mitwirkenden auf der Bühne, sondern auch für alle Beteiligten hinter den Kulissen eine große Herausforderung bedeute, resümiert Sybille Tancke, Leiterin der Spezialklassen für Musik am Gymnasium Rutheneum seit 1608.

Entsprechend groß war die Freude, dass „Hereafter“ zu einem Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Förderverein Gymnasium Rutheneum und der Sparkasse Gera-Greiz geworden war und zudem etliche private Sponsoren die Aufführung unterstützen wollten.

"Hereafter" bedeutet zudem etwas Besonderes für unseren Konzertchor, der hier in der Stadt das Aushängeschild für klassischen Gesang ist. Wenn er dies mit dem Genre Progrock kombiniert, ist das nicht nur für das Publikum reizvoll, sondern für jeden Schüler selbst ein Erlebnis“, weiß die Lehrerin.

Auf all das hoffen die Veranstalter, Organisatoren und Mitwirkenden auch, wenn das Open-Air nun im Jahr 2027 über die Bühne gehen wird. Und natürlich auf besseres Wetter.